Bayrischer Hiasl

Einzelfigur:

Bayrischer Hiasl der

Unser Hiasl bestehend aus:

- Maske / Larve aus Holz

- braune Wildleder Stulpenstiefel

- braune Baumwoll Hose

- naturfarbenes Mittelalterhemd

- breiter brauner Gürtel

- zwei dunkelbraune Taschen für Bonbons und / oder Konfett

- schwarze Lederhandschuhe

- dunkelbraune Lederarmschienen

- einen Schellengürtel aus Antikkette und kleinen Schellen.

- hellbrauner Halunkenbeutel

- dunkelroter Umhang -

- dunkelgrüner Wamps

- NaNo Halstuch

- dunkelbrauner Lederdreispitz

Hiasl
Geschichte des Hiasl:

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Bayerischer Hiasl: Die gerechte Räuberbande Matthäus Klostermaier sorgte für den Stoff, aus dem waschechte Räuberpistolen gestrickt sind. Erdrosselt, geköpft und gevierteilt: grausamer als der Hiasl war nur die Art und Weise seiner Hinrichtung. 

 
DVD: 1. 3-D-Kurzfilm....................................3.16 min

2. Diashow ..........................................1.06 min

Hörspiele: 1. Katzengeschichte .........................3.05 min

2. Urteil und Hinrichtung ...................5.57 min

Das Leben des Bayrischen Hiasl

Matthias Klostermeyer

Fürst der Wälder

Der Hiasl kam am 03.September 1736 als ältester Bub von fünf Geschwister in Kissing zur Welt.

Unser junger Bayrischer Volksheld wuchs bei seinem Taufpaten auf, hütete für diesen im Sommer das Vieh und half im Winter am Spinnrad aus.

Als Jagdgehilfe diente er dem Dorfjäger und konnte schon bald , durch seine Fingerfertigkeit, einer fliegenden Taube den Kopf abschießen. Der Jugendliche genoss, auf dem Schloßgut Mergenthau,  eine Ausbildung bei den Jesuiten, die er aber auf Grund eines Faschingsscherzes verlor.

Er gaukelte, auf der Jagd im Heilachwald, dem schlecht sehenden, ehrwürdigen Pater Venantius eine Katze für einen Hasen vor, diese er dann auch erlegte. Der Hiasl verspottete den Pater von da ab in aller Öffentlichkeit als Katzenschütze.

Nachdem Verlust seiner Anstellung, begann der Hiasl mit der Wilderei.

Gleichzeitig diente er als Knecht dem Scheranzenbauern Baumiller mit dessen Tochter Monika er ein Verhältnis hatte aus dem der Sohn Korbinian entstand.

Die Bauern verehrten den Hiasl, weil dieser durch seine Wilderei, das für die Befriedigung der Jagdlust der edlen Herren dienende  rasch vermehrende Wild, abschoss und somit die Ernte rettete und die Beute den armen Bauernfamilien gab. Durch seine Wildereien konnte der Hiasl sich in Bayern nicht mehr sicher fühlen.

Mit einem kühnen Sprung, in die  Hochwasser führende Lech, rettete er sich in das schwäbische Dörfchen Oberottmarshausen. Dort schloss er sich für kurze Zeit dem verbrecherischen Krätzenbuben Bobinger an , von dem er sich doch schnell wieder abwendete.

Unser Hiasl wollte Anführer einer gerechten Räuberbande sein.

Während er eine Haftstrafe von einem ¾ Jahr im Zuchthaus von München verbüßte, gebar im seine Monika seinen Sohn Korbinian. Nach seiner Haft bekam der Hiasl vom Kurfürsten von München das Angebot eine Anstellung als kurfürstlicher Jäger bei Hofe.

Auf drängen seiner Kumpanen blieb er aber mit seiner Wildschützenbande zusammen. Zur Verfolgung der Hiaslbande schlossen die damaligen kleinen Territorien sogar Staatsverträge ab.

Das am 22.Juni 1769 getroffene Ulmer Patent lautete:“ wo ein Wilderer aufgefangen wird, derselbe ohne weitere Formalität eines Prozesses aufzuhängen ist“.

Eines schönen Tages, als sein Kamerad „Steinputz“ ein besonders schönes Stück Wild zum Treffpunkt brachte, wurde er von einem Jäger erschossen. Hiasl eilte heran und versprach seinem Kameraden zu rächen. Er konnte kaum glauben das ein Stück Wild mehr wert sein sollte als ein Menschenleben.

Dies war der Wendepunkt im Leben des Wildschützen.

Ab diesem Zeitpunkt beschränkte er seine Räubereien nicht mehr nur auf den Wald, sondern überfiel öffentliche Einrichtungen und Amtsstuben. Das kurfürstliche Kammergericht, Hemmer in München, unterschrieb am 25.November 1770 den Steckbrief, der jeden ermächtigte den bayrischen Hiasl „Tod oder Lebendig“an die nächste Behörde auszuliefern.

Am 14.Januar 1771 gelang es dem hochfürstlichen, Dillingischen Premierleutnat Josef Ferdinand von Schedel mit seinen 300 Mannen und Häschern nach einem 4 stündigem Feuergefecht, den Hiasl im Wirtshaus von Osterzell , festzunehmen. Der Fürst der Wälder wurde erst in das Gefängnis nach Buchloe und von da aus zur Richtstätte nach Dillingen  gebracht.

Auf dem langen Weg dorthin erlebte unser Volksheld von seinen Mitmenschen Hass und Zuneigung, Befriedigung über seine Festnahme , aber auch tiefste Bewunderung für seine Taten.

Dem bayrischen Hiasl und seiner Wildschützenbande wurden insgesamt 50 Straftaten, neben der Wilderei  noch Raub, Landfriedensbruch und Totschlag ,  im gesamten Allgäu, in Augsburg Land und Stadt, in Dillingen, Günzburg, Neu-Ulm (Rothtal) und Fürstenfeldbruck, vorgeworfen. Viele seiner engsten Kumpanen, darunter auch der so genannte Bua, konnten mit Hilfe von Studenten in Dillingen, fliehen.

Unser Hiasl schrieb im Gefängnis einem Brief an seinen Sohn in dem stand, das sich Gewalt und Straftaten nicht lohnen, den Gewalt erzeugt wiederum Gewalt.

Die Hinrichtung erfolgte  am 06.09.1771(also heute genau vor 237 Jahren ) an der Donaubrücke in Dillingen unter großer Anteilnahme , der aus ganz Bayern kommenden Bevölkerung. Der todgeweihte Hiasl wurde in eine frische Kuhhaut gewickelt, auf ein hölzernes Gestell gelegt und mit 2 Pferden zur Richtstätte geschleift. Dort angekommen wurde er vom Henker auf die Radbrechmaschine gespannt und von unten mit einem breiten Strick erdrosselt.

Nach seinem Tod wurde mit der Schneide des Rades , sein Körper gevierteilt. Erst als jeweils eines der dieser Art gewonnen Körperteile an den Ortseingängen von Dillingen,Kissing, Oberstdorf und Füssen baumelte, sahen sich die Landsherren, Förster und Jäger von Ihrem personifizierten Alptraum befreit, war der Wilderer Hiasl am Ende.

Nicht aber der bayrische -schwäbische Volksheld, der seither in zahllosen Anekdoten und Legenden weiterlebt.

Ein Leben , an das am heutigen Todestag  des Hiasl erinnert sei